Sonntag, 27. Mai 2012

#Strandperle

Moin,
nachdem wir gestern trotz guten Wetters vornehmlich zuhause waren und Fußball guckten - und mit "wir" meine ich dabei hauptsächlich "mich" - sind wir heute nach dem Verzehr eines durchaus leckeren Spargelsuppen-Mittags in Richtung Altona aufgebrochen.
Ziel war der Elbstrand, der dort speziell bei gutem Wetter ganz hübsch sein soll.


Erster Zwischenstop war allerdings schon ein großer Springbrunnen, auf dem zwei Bronze-Zentauren mit einem dicken Fisch rangen, wenn ich mich recht erinnere. Umgeben waren sie dabei von mehreren wasserspeienden Wirbeltieren, mit denen Levi viel Spaß hatte.


Dann ging es weiter zum Altonaer Fischereihafen, wo es zwar auch schon ganz hübsch war, aber noch nicht sehr strandig. Hier übrigens ein Sinnbild dessen, was Levi manchmal mit seinen Eltern macht.


Und dann, nach einigen Laufmetern, hatten wir ihn doch noch gefunden: den sandigen Elbstrand. Der bestand allerdings nicht nur aus Sand, sondern auch noch aus allerlei Asche und Holzkohlestückchen und anderem Unrat. Der Hamburger scheint hier sehr oft zu grillen und es dabei mit den Aufräumarbeiten nicht immer ganz so genau zu nehmen. War aber trotzdem gut begehbar - wenn man denn die zahlreichen sonnenbadenden Großstädter außer Acht lässt, die dort walrossgleich ihre bleichen Körper im heißen Sand wälzten. Levi und ich ließen es uns natürlich nicht nehmen, uns im klaren Elbwasser taufen zu lassen. Anfangs war das Kind dabei noch etwas scheu...


...später vergolt es all zu stürmisches Auftreten der Elbbrandung mit eilig hinterhergeworfenen Schlammklumpen. Jaha! Nimm das, Elbe! Mich am Strand gibt es übrigens hier zu sehen.

Ach ja! Die titelgebende Strandperle ist übrigens eine Art Touristenausflugs-Restaurant, das an solchen Tagen des massiven Publikumsverkehrs ähnlich viel Charme wie eine Autobahnraststätte an der A9 versprüht.
Zurück sind wir dann mit der Fähre gefahren, weil Levi gerne noch mal mit dem Boot die Elbe lang tuckern wollte. Auch das war zwar ziemlich voll, aber wir konnten einen Platz an der Reling ergattern und die gute Aussicht genießen. Ich finde es hat schon was, wenn Fähren zu den öffentlichen Verkehrsmitteln einer Stadt gehören. Ich sollte öfter mal damit fahren und das ausnutzen. Das Freiheitsgefühl, das man an Deck einer Elbfähre empfindet, ist mit dem auf der Rückbank eines überfüllten Linienbusses wahrlich nur schwer zu vergleichen...

Sonntag, 13. Mai 2012

#Hafengeburtstag

Moin,
ich habe beschlossen, dass ich dieses Blog wieder mehr füttern muss und deshalb verstärkt darauf achten werde, was ich wo reinschreibe. Private(re) Sachen kommen jetzt wieder hier rein, alles andere in das andere Blog. Das ist für die letzten zwei Artikel dort natürlich schon zu spät, aber was solls. Man muss sich halt im Geiste vorstellen, dass der Bericht vom Hamburger Dom und der über unseren kurzen Nachbarschaftsspaziergang auch hier stehen.
Gestern und auch kurz vorgestern nun waren wir zum 823. Hamburger Hafengeburtstag. Dabei handelt es sich grob gesagt um eine Art Kirmes am Hafen mit sehr, sehr vielen Menschen. Um das zu verdeutlichen, hier mal kurz ein Bild, auf dem ein kleiner Teil dieser sehr, sehr vielen Menschen zu sehen ist. Ich vermute ja, dass diese Art der Publikumskomprimierung bei eben jenem eine gewisse Demut für die armen Büchsenfische induzieren soll. Bei mir hat das auf jeden Fall funktioniert.


Neben zahlreichen Trink-, Fress- und Ramschbuden ist eine Besonderheit des Hafengeburtstags die ausgesprochen hohe Dichte des elbischen Schiffsverkehrs. Dabei gibt es dann alle möglichen Schiffe zu beobachten, wenn man denn einen Platz mit guter Sicht ergattern konnte. So kann man also wild hupende kleine Dampfschiffe, Tom Sawyer-hafte Schaufelraddampfer oder sehr imposante Großsegler bewundern, was schon enorm beeindruckend ist. Zwischendrin wuseln dann irgendwelche Schlepper oder kleine Motorboote rum und ich finde es schon sehr bemerkenswert, dass dabei Kollisionen und andere Harvarien auf ein Minimum beschränkt bleiben.
  


Levi wollte übrigens nicht mit seinem schnöden normalen Gesicht auf den Hafengeburtstag mitkommen, sondern nur als Pirat - mit Narben, Stoppelbart und Totenkopf auf der Wange. Entsprechend piratisch der Blick. Ich hatte noch kurz überlegt, ihm ein paar Zähne zu ziehen, um die Auswirkungen der Skorbut zu simulieren, das wäre mir dann aber doch zu viel method acting gewesen.


Musik gab es natürlich auch, besonders hörbar dann die zwischen Landungsbrücken und Fischmarkt. Da spielte auf der Bühne eine eher unterdurchschnittliche Ska-Band und vor der Bühne tanzte sich der gesamte Cast von "Les Misérables" die Seele aus dem schmutzigen Leib. Das sah schon sehr schön aus, Levi fand es auch super.


Auf der anderen Straßenseite wurden professionell gekühlte Getränke feil geboten - ich bin mir dabei nicht ganz sicher, wie offiziell diese zahllosen Getränke- und Grillfressstände waren. Ich hoffe inständig, dass sie ähnlich unprofessionell und unautorisiert waren, wie sie aussahen. Vielleicht war diese Optik aber auch  nur ein geschickter Marketing-Trick, um arglose "Ich bin gegen diese ganze Abzocke"-Besucher wie mich zu ködern. Wie dem auch sei, gekauft haben wir ohnehin nirgends etwas...Hehe.

Am Abend, als wir längst wieder zuhause waren, gab es übrigens noch etwas ganz spezielles zu sehen: Die Schiffstaufe eines neuen, gigantischen, furchtbar hässlichen und umweltverschmutzenden Kreuzfahrtschiffes auf den Namen "AIDAmar" (glaube ich) mit anschließendem Feuerwerk. Das sah aber auch im Fernsehen hübsch aus...

Sonntag, 29. Januar 2012

Baumentsorgung

Moin,
man kennt das: Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr ist angebrochen. Alle guten Vorsätze sind bereits am Neujahrstag wieder hinfällig und die Waage im Badezimmer müsste auch mal wieder vom Eichamt überprüft werden.
Doch die wahren Probleme werden wieder einmal unter den Teppich gekehrt, auf dem statt dessen korrupte Ex-Ministerpräsidenten oder verwirrte Touristendampferkapitäne breitgetreten werden. Probleme wie: Wie wird man eigentlich seinen alten Weihnachtsbaum ordnungsgemäß wieder los? Wir haben es dieses Jahr mal den organisierten Entsorgungsprofis überlassen, die bereits viel Erfahrung mit circa mannsgroßen, unbeweglichen Gegenständen haben...


Okay, normalerweise lassen sie sich dabei nicht fotografieren, aber unter Einsatz meines Lebens und mittels einer winzigen, versteckten Hightech-Kamera war es mir möglich, Luigi "Der Panther" Homancini und Don Levi bei der Verrichtung ihres völlig legalen Handwerks zu fotografieren.
Der Baum schläft selbstverständlich nur - und ihm geht es nun viel besser. Sein neues Zuhause ist eine Farm mit ganz viel Platz zum Spielen, duftenden Blumen, bunten Regenbögen und fluffigen, süßen Einhörnern.